| 25./26. August 1939 |
Die ersten Gestellungsbefehle für Mannschaften und Pferde werden ausgeteilt. |
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| September 1939 |
Welldorf gehört wie der gesamte Kreis Jülich zum "Operationsgebiet" für den geplanten Westfeldzug. Soldaten aus Schlesien, Baden und Bayern werden in Welldorf und den umliegenden Höfen einquartiert. |
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| September 1939 |
Im Saal der Gaststätte Theißen wird ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet (70 Personen). Die Zwangsarbeiter bleiben bis zur Evakuierung. Nach den Polen kommen Franzosen, Russen und Ukrainer. Ohne ihren Einsatz wäre die Landwirtschaft nicht aufrecht zu erhalten gewesen. |
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| Winter 1939/1940 |
Der erste Kriegswinter ist außergewöhnlich kalt, die Temperaturen fallen zum Teil auf minus 20 Grad Celsius. |
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| Mai 1940 |
Mit Beginn des Westfeldzuges verlassen die Einquartierungen den Ort. |
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| 21. Mai 1940 |
Sprengbomben auf Gut Margarethenhof, 8 Kühe werden getötet. Wegen der Gefahr durch Bomben wird eine Luftschutzwache eingerichtet, die die Bevölkerung nachts bei Fliegergefahr alarmiert. Eine Sirene erhält Welldorf im Jahr 1942. In Jülich (und damit auch in den umliegenden Dörfern) wird im Lauf des Krieges etwa 1.400 Mal Luftalarm ausgelöst. |
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| 18. November 1940 |
Der erste Welldorfer Soldat stirbt in Frankreich: Matthias Kanehl (34). 70 Welldorfer (von 842 Einwohnern im Mai 1939) verlieren durch den Zweiten Weltkrieg ihr Leben. Das jüngste Opfer ist vier, das älteste 69 Jahre alt. |
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| April 1942 |
Zwei der drei Glocken der Welldorfer Kirche werden "der Metallreserve zugeführt". |
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| Nacht vom 31. Juli auf den 1. August 1942 |
Brandbomben auf Welldorf, das erste zivile Opfer ist Gottfried Kückhoven (57). Drei Häuser brennen vollständig aus. |
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| 28. Januar 1943 |
Brandbomben zerstören einen Strohschober bei Serrest. |
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| Nacht vom 29. auf den 30. Mai 1943 |
Absturz eines englischen Bombers vom Typ Halifax bei Güsten. |
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| 4. Februar 1944 |
Absturz eines amerikanischen Bombers vom Typ B-17 ("Fliegende Festung") bei Rödingen. |
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| 10. September 1944 |
Ein Tieffliegerangriff auf einen Zug fordert zwei Tote, darunter ein russischer Zwangsarbeiter. |
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| Herbst 1944 |
Der Ort ist mit 2.500 Mann Militär und Schanzern besetzt. Hitler-Jungen und ältere Männer aus Welldorf werden zum Schanzeinsatz in den Aachener Raum befohlen. |
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| 16. November 1944 |
Schwerer Bombenangriff auf Jülich, auch Welldorf ist stark betroffen durch Luftminen, zahlreiche Brand- und Sprengbomben. 33 Tote - Einheimische, Flüchtlinge, Soldaten - sind zu beklagen. Die zivilen Opfer werden zunächst in einem Massengrab beerdigt und nach dem Krieg umgebettet. |
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| 17. November 1944 |
Welldorf gerät in das Artilleriefeuer der näher rückenden Front und bleibt bis zur Einnahme des Ortes Ende Februar 1945 im Feuerbereich der amerikanischen Granaten. |
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| 19. November 1944 |
Ein deutsches Kriegsgericht verurteilt drei junge Soldaten in einem standrechtlichen Verfahren zum Tode. Sie sollen sich ohne Urlaub von der Truppe entfernt haben. Das Urteil wird am selben Tag vollstreckt, die Leichen werden auf dem Friedhof verscharrt. |
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| 21. November 1944 |
Befehl zur Räumung - alle Zivilisten müssen ihre Heimat verlassen. Die Evakuierung wird bis zum 23. November zwangsweise vollzogen. Familien, die über Transportmittel verfügen, ziehen in die benachbarten Kreise. Einige Familien kommen bei Verwandten auf der anderen Rheinseite unter. Die meisten Welldorfer jedoch werden mit Evakuierungszügen ins Landesinnere gebracht, vor allem in die Gegend um Hannover, sowie in den Harz, nach Sachsen und Thüringen. |
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| Ende November 1944 |
Der amerikanische Vormarsch kommt an der Rur zum Stehen. |
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| Anfang Januar 1945 |
Sprengung des Kirchturms durch deutsche Soldaten. Der Turm sollte den alliierten Beobachtern nicht als Orientierungspunkt dienen. Auch die Patterner Mühle wird von deutschen Soldaten gesprengt. |
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| 23. Februar 1945 |
Nach dreimonatigem Stellungskampf beginnt mit dem Übergang über die Rur die amerikanische Offensive ("Operation Grenade"). |
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| 24. Februar 1945 |
Heftige Kämpfe um die Güter Wehrhahnhof, Huthmacherhof und Margarethenhof. |
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| 25. Februar 1945 |
Einnahme Welldorfs durch die amerikanische 29. Infanterie-Division. Kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner noch einmal starkes Trommelfeuer auf den mittlerweile menschenleeren Ort. |
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| ab Mitte März 1945 |
Die ersten Flüchtlinge kehren in das stark zerstörte Dorf zurück. Nur sechs von 174 Häusern gelten als "wenig beschädigt", 42 sind total zerstört. |
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| 16. März 1944 |
Eine fehlgeleitete V1-Rakete schlägt am Bahnübergang ein und richtet große Zerstörungen an. |
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| 23. April 1945 |
Andreas Bärenz (8) stirbt beim Spielen mit Munition an den Bahnhäuschen. |
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| 10. Juni 1945 |
Gottfried Hennes (11) und Rudi Decker (14) sterben beim Spielen mit Munition am Bahnhof. |
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| 1. Juli 1945 |
Der Eisenbahnverkehr auf der Strecke Jülich-Ameln-Bedburg, an der der Bahnhof Welldorf liegt, wird wieder aufgenommen. |
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| Sommer/Herbst 1945 |
Eine Ratten- und Mäuseplage vernichtet große Teile der Ernte. |
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| September 1945 |
Erstes Leitungswasser, bis dahin musste Wasser an Pumpen in Serrest oder an den Bahnhäuschen geholt werden. |
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| Weihnachten 1945 |
Es gibt wieder stundenweise elektrisches Licht. |
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| Anfang 1946 |
Die letzten Evakuierten kehren zurück. |
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| Winter 1949/1950 |
Die letzten Kriegsgefangenen kehren aus russischer Gefangenschaft zurück. Hermann Holz ist im Januar 1950 der letzte Heimkehrer. Vierzehn Welldorfer Soldaten gelten nach dem Krieg als vermisst. Drei Schicksale klären sich, zuletzt im Jahr 2000: Johann Kelzenberg ist 1945 im Alter von 28 Jahren in einem russischen Kriegsgefangenenlager gestorben. |